07. März 2014

#2 “Female. Emotional. Personal. Simple.” als das anleitende Motto vieler Firmen heutzutage

Manche Konzepte, die man schon eine Weile kennt, erschliessen sich einem in der Ganzheit, Fülle oder Tragweite manchmal erst einige Zeit später. Im Januar 2012 haben wir im Rahmen meines des Abschlusses der Veranstaltung Praxis der Unternehmensgründung Gendemous mit dem damaligen Projektteam gepitcht. In diesem Zusammenhang präsentierten wir dieses Video, in dem Kjell A. Nordström über die vier wichtigsten Meme der nächsten Jahre für Organisationen spricht.

Diese sind:

  • weiblich,
  • emotional,
  • persönlich und
  • einfach.

Gleichzeitig kann man beobachten, insbesondere, wenn man das Presse-Bild in Deutschland zu Diversity-Themen betrachtet, dass der Fokus in Bezug auf die Bearbeitung von Diversity meist zu stark auf Gender gelegt wird und dort meistens nur simplifizierend auf die Anzahl von Frauen in der Belegschaft oder in Führungspositionen abzielt. – Denn gelebte Geschlechtervielfalt ist komplexer und bedeutet mehr als nur ein statistische Gleichgewicht von Männern und Frauen. –

Ich habe mich im Kontext dieser Überlegungen heute noch einmal neu gefragt: wieso ist es eigentlich so, dass Herr Nordström das einfach mal so behauptet und dass der Fokus vieler Unternehmen in der Vielfalts-Arbeit  – wenn auch vereinfachend – so stark auf der Kategorie Gender liegt? – Es hat folgenden Grund: Frauen sind in unserer Zeit die Gruppe von Akteuren, die

  • das Potenzial haben, Organisationen am nachhaltigsten und grundlegendsten zu verändern
  • und: sie tun es bereits.

Womit hängt das zusammen? Nun, es sind aus meiner Sicht vorwiegend zwei Gründe: Einmal ist es einfach ein statistischer Grund: betrachtet man sich die demographische Zusammenstellung der Top-Performer so stellt man fest, dass sich unter Ihnen immer mehr junge hoch-qualifizierte Frauen befinden.

Der zweite Grund ist, dass das Frauenthema – möglicherweise auch einfach aufgrund dieses statistischen Zusammenhangs – in den letzten 20 Jahren enorm “gepusht”, also vorangetrieben wurden von Entscheidern und mächtigen Frauen und das ist auch gut so. Es hat bereits so viel Change in Bezug auf Gender gegeben, dass schon sehr greifbar wird, teilweise auch negative Auswirkungen und sogar vehemente Gegner gefunden hat. 

Eine volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Auswirkung dieses verstärkten Fokus auf Frauen als Akteure in Wirtschaft und Gesellschaft führte auch zu einer (Wieder-)Entdeckung der Frauen als Konsumentinnen, welches sich in Studien wie dieser niederschlägt.

Was bedeutet das alles nun für Sie, der sie beispielsweise als Geschäftsführer oder Geschäftsführerin auf die Zukunft und das Jetzt vorbereitet sein wollen? – Es bedeutet, dass Sie ein Organisationnskultur und Personalpolitik brauchen, in der Geschlechtervielfalt, aber auch generelle Vielfalt als Haltung gegenüber Unterschiedlichkeit anhand andere fassbarer oder nicht sofort fassbarer Merkmale gelebt, gefördert oder wie man so schön im Englischen sagt: “umarmt” (“embraced”) wird. 

Sollte Sie dieser Artikel neugierig gemacht haben und sollten Lust drauf bekommen haben, die hier beschriebenen Themen bei sich oder in Ihrer Organisation anzugehen, dann treten Sie mit uns in Kontakt und machen einen Termin mit uns. Wir freuen uns auf Sie!

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