05. März 2014

#5 Die 5 Disziplinen von Peter Senge und die lernende Organisation

Nehmen wir einmal an: Sie sind PersonalmanagerIn und haben ein neues Change-Projekt aufgesetzt. Sie wollen die Vielfalt in Ihrem Unternehmen fördern, Sie wollen verstärkt eine diversitysensible Perspektive und mehr Achtsamkeit im Umgang mit Unterschieden implementieren. Welche Faktoren, meinen Sie, sind neben den strukturellen Anforderungen des Wissenmanagements wichtig für einen langfristigen Erfolg bei Ihren geplanten Maßnahmen? – Richtig, alle Faktoren, die mit der Lernfähigkeit und Lernbereitschaft Ihrer Belegschaft zusammenhängen. Denn gelebte Vielfalt erfordert Bewusstheit. Diese Bewusstheit erreichen Sie (u.A.), indem Sie sich an den Prinzipien der Kunst und Praxis der lernenden Organisation, nämlich den Gesetzmäßigkeiten der 5 Disziplinen von Peter Senge orientieren. 

 Diese 5 Disziplinen sind:

 

  • Personal Mastery – Die Disziplin der Selbstschulung und Persönlichkeitsentwicklung:
    Senge schreibt: „Menschen, die einen hohen Grad an Personal Mastery erlangen, erweitern beständig die Fähigkeit, die Ergebnisse zu erzielen, die sie wahrhaft anstreben. Ihr kontinuierliches Streben nach Selbstschulung und Selbstführung prägt den Geist der lernenden Organisation.“ Senge, Peter: Die fünfte Disziplin, Schäfer-Poeschl, S.155
  • Mental Models – Mentale Modelle, die „Geschichten“, die wir uns erzählen:
    Welche expliziten und impliziten Grundannahmen besitzen wir, um die Welt um uns herum zu erklären? Thema dieser Disziplin ist, diese Annahmen sichtbar, verhandelbar und damit zum Gegenstand der Entwicklung zu machen.
  • Shared Visioning – Gemeinsame Vision:
    Das aktive Verfolgen einer gemeinsamen Vision kann entstehen, wenn alle Mitglieder sich über die gemeinsamen Ziele der Organisation verständigt haben und dazu übergehen, sie zu verinnerlichen. Der Zweck jeder einzelnen Teilaufgabe und die Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Organisation sind verstanden. Der emotionale Aspekt von Visionen sollte nicht vernachlässigt werden: Visionen, die einen deutlich spürbaren und greifbaren Gehalt vermitteln, verfügen über eine nachhaltige Wirksamkeit. Ein Beispiel für eine solche Vision wurde 1975 von Microsoft formuliert: „Ein Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Zuhause.“
  • Team Learning – Lernen im Team:
    Was Senge mit Team Learning bezeichnet, findet statt, wenn sich gemeinschaftliches Verstehen vollzieht. Hier besteht die Möglichkeit, dass jedes Teammitglied im Rahmen der Teamarbeit über sich selbst hinaus wächst und eine persönliche und fachliche Kompetenzerweiterung erfährt. Gleichermaßen wird das Bewusstsein dafür geschärft, dass man in der Zusammenarbeit mehr erreichen kann als ein Einzelkämpfer und so entsteht eine Art kohärente, lernende Einheit. Wichtig ist hier, dass das Gefühl erzeugt wird, an einem Strang zu ziehen. Geeignet für die Förderung von Team Learning sind alle Arten von Kreativ- und Coachingmethoden, die Gemeinschaftlichkeit und Verständigung fördern.
  • Systems Thinking – Denken in Systemen:
    Die Krone der fünf Disziplinen bildet das Denken in Systemen. Mitarbeiter bzw.  Mitglieder des Systems, die in Systemen denken, sind sich der Strukturen, die vom System her auf sie einwirken, bewusst, in der gleichen Weise, wie Ihnen bewusst ist, dass Ihr Handeln auf das System einwirkt und das System mitgestaltet. Ein System kann z.B. eine Organisation oder ein Unternehmen, eine Familie oder eine Beziehung sein.
    Die ganzheitliche Betrachtung eines Systems macht somit die Wirkungszusammenhänge innerhalb des Systems und an den Systemgrenzen sichtbar. Sie verleiht den Systemmitgliedern mehr Handlungsfreiheit. Beispielsweise werden Einstellungen oder Personenstereotype sichtbar, die der Vision hinderlich im Weg stehen, und können gewandelt werden. Die wissenschaftliche und methodische Fundierung des Denkens in Systemen stammt aus der soziologischen Systemtheorie und der Kybernetik, der „Kunst des Steuerns“.
     

In der praktischen Umsetzung heißt das:

  • Sie analysieren den IST-Zustand Ihrer Organisation im Hinblick auf die Beschaffenheit jeder Ebene der 5 Disziplinen
  • Auf Grundlage der aus der IST-Beschreibung erhobenen Daten formulieren Sie Ziele in Bezug auf die jeweiligen Disziplinen und Ihr Thema
  • Sie erstellen einen Plan zur Erreichung der Ziele und
  • gehen den Weg – im Idealfall von Experten begleitet – dorthin
  • Sie prüfen in  regelmäßigen Abständen in einem „Disziplinen-Controlling“ anhand von Kennzahlen und Reports, wo sich die Organisation im Hinblick auf Ihre Zielsetzung befindet; diese könnte beispielsweise die Implementation von Vielfalt als gelebte Vision oder Haltung in Ihrer Unternehmenskultur sein
  • und Sie leiten in der Folge regelmäßig neue Ziele und Maßnahmen-Schritte ab.

 

Die Perspektive der 5 Disziplinen ist ein systemisches Instrument.  Wir sind geschult in systemischer Arbeit und unterstützen Sie an den Schnittstellen unserer Leistungen: Systemisches Coaching, diversitysensible Managementberatung und Change Management. Wenn der Artikel Sie angeregt hat, Ihren Diversity– bzw. Veränderungsbedarf und Ihre Diversity-Controlling Ziele anzugehen oder wenn Sie Interesse an der Formulierung und dem Bearbeiten dieser Ziele entlang der 5 Disziplinen haben, kommen Sie gerne auf uns zu und vereinbaren einen Termin mit uns.

 Autor: Riadh Brisam

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