22. März 2014

#8 Gründe, keine Feministin zu sein und Gründe, in die Emirate auszuwandern

Was eigentlich bestürzender ist, als dass es in „Deutschland(…) nach SPIEGEL-Informationen im Verhältnis weniger weibliche Chefs als alle anderen Wirtschaftsnationen der Welt“ gibt, ist Folgendes, wenn man sich einmal die Brille eines Post-Colonial Studies Forschers aufsetzt: Es ist die weitere Formulierung im Titel des Beitrags „Selbst in den arabischen Emiraten gibt es mehr Frauen in Spitzenfunktionen.“ Diese suggeriert, dass es ein Ding der Unmöglichkeit sein muss, dass ein arabisches Land mehr weibliche Führungskräfte hat als Deutschland. Das wiederum weist Deutschland eine superiore westliche Position zu und verallgemeinert. Und es ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, wie unreflektiert und oberflächlich die Gender-Debatte in den Medien geführt wird.

Gleichzeitig lesen wir hier, wes Geistes Kind so manche Deutsche offenbar sind, wenn es um Geschlechterbilder und -stereotype geht:  Kredenzt mit den schönen ironischen Modifikationen der TAZ können wir auf diesem Bild einen sehr plausiblen Grund dafür lesen, eben keine Feministin zu sein. Stimmt. Ich erinnere mich. Frauen gehören an den Herd und Männer sind Felsen in der Brandung. Oh Mann! – Eine Frage: könnte auch eine Frau für einen Mann ein Fels in der Brandung sein? Oder geht das biologisch nicht? Achso, ja, ist eine Frage der Klasse. Hatte das Schild nicht ganz gelesen. 

Autor: Riadh Brisam

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